Kind schläft...und knirscht

January 1, 2017

Nächtliches Zähneknirschen nimmt zu – sogar schon bei Kindern. Eine rechtzeitige Behandlung beim Zahnarzt beugt Folgeschäden vor.

 

Wenn Babys mit den Zähnen knirschen, ist das in den allermeisten Fällen völlig normal: Rund die Hälfte aller Kleinkinder beginnt etwa im Alter von einem Jahr, die Zähne „zusammenzubeißen“. Das ist zunächst ganz natür lich, denn die nach und nach einwachsenden Milchzähne müssen sich sozusagen aufeinander einschleifen. Doch mit zunehmendem Alter kann dieser Reflex zur Belastung für das kindliche Gebiss werden. Zahnärzte beobachten immer häufiger schon bei Vorschulkindern Milchzahnschäden durch Bruxismus – so der Fachausdruck für das unbewusste, meist nächtliche Zähneknirschen. Nach der Einschulung nimmt das Problem zu: 30 bis 40 Prozent der Grundschüler zeigen heute Symptome des Bruxismus. Zu den Ursachen zählt neben Zahnfehlstellungen und den Lücken im Kindergebiss sehr häufig auch Stress. Hinter Bruxismus steckt – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen – oftmals eine starke innere Anspannung, die der Mensch unbewusst durch festes „Durchbeißen“ zu lösen versucht. Das verbreitete Zähneknirschen spiegelt somit auch die Belastung wider, der heutzutage bereits viele Kinder in ihrem Alltag ausgesetzt sind.

 

Milchzähne regelmäßig anschauen

Eltern sollten die Zähne ihrer Kinder regelmäßig genau anschauen. Falls Zähneknirschen zu Schäden am Zahnschmelz führt, zeigt sich dies oft zunächst durch Abschleifspuren an den Eckzähnen. Bei höherem Druck sind zudem die Frontzähne betroffen. Ist das Knirschen sehr stark, werden auch die Kronen der Backenzähne abgewetzt. Weitere mögliche Folgen von Bruxismus sind chronische Zahnschmerzen und lockere Zähne – schließlich drohen dauerhafte Schäden am ganzen Kausystem. Klagt das Kind morgens wiederholt über Kopfweh, Gesichts- oder Ohrenschmerzen, können diese Beschwerden ein Hinweis auf nächtliches Zähneknirschen sein. Vorsorglich sollten Eltern ihre Kinder hin und wieder nachts beobachten – so stellen sie fest, ob ihr Nachwuchs im Schlaf die Zähne zusammenpresst. Zeigen sich erste Anzeichen dafür, dass das Kind knirscht, ist ein Besuch in der Zahnarztpraxis anzuraten. Um Kiefergelenk und Gebiss zu schonen, kann der Zahnarzt je nach Diagnose verschiedene Maßnahmen ergreifen.

 

Ruhe und Entspannung helfen

Gegen Stress und seelische Belastungen kann der Zahnarzt allerdings nicht viel tun. Er wird gegebenenfalls aber die Eltern auf den Zusammenhang zwischen Anspannung und Bruxismus hinweisen. Manchmal genügen Kleinigkeiten, damit das Kind wieder zu mehr innerer Ruhe findet. So gilt eine Überforderung auch durch zahlreiche Freizeitaktivitäten als häufige Stressursache – der überfüllte Terminplan vieler Kinder und Jugendlicher trägt heute wesentlich dazu bei, dass sich die Heranwachsenden gestresst fühlen. Falls eine Entrümpelung des Terminkalenders, mehr Zeit mit den Eltern und der Familie sowie einfache Entspannungsübungen nicht ausreichend helfen, oder falls beim Kind noch andere nervöse Gewohnheiten wie Nägelkauen oder Wundbeißen der Wangeninnenseite auftreten, empfiehlt es sich, zusätzlich den Rat des Kinder- und Jugendarztes einzuholen. Er kann weitere Maßnahmen vorschlagen und beurteilen, ob psychotherapeutische Hilfe erforderlich ist.

 

 

 

 

Quelle: Lückenlos 04/2014; S. 8-9

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