Das ABC der Zahnpflege

March 15, 2017

Sorgfältige Mundhygiene ist wichtig. Doch wie putzen und pflegen Sie Ihre Zähne am besten? Unser Lexikon klärt die wichtigsten Fragen.

 

 

Anfärbetabletten

Spezielle Kautabletten färben die bakteriellen Beläge auf den Zähnen ein und machen sie fürs bloße Auge sichtbar. Diese Plaquekontrolle hilft Kindern, spielerisch die richtige Zahnpflege zu lernen, und sie ermöglicht Erwachsenen, Putzschwächen zu erkennen und

zu beheben.

 

Bürsten

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste: Welche putzt besser?

Grundsätzlich können Sie auch mit der Handzahnbürste Ihre Zähne gut reinigen, wenn Sie mit der geeigneten Technik und lange genug putzen. Erfahrungsgemäß halten viele Benutzer von Handzahnbürsten jedoch nicht die mindestens erforderlichen zwei Minuten durch. Elektrische Bürsten führen die richtigen Putzbewegungen automatisch aus, ihre Anwendung ist deutlich bequemer. Studien zeigen, dass elektrische Zahnbürsten bakterielle Beläge besser beseitigen als Handzahnbürsten.

 

Ernährung

Eine vollwertige Ernährung wirkt sich auch positiv auf die Mundgesundheit aus. Kauintensive Lebensmittel wie Vollkornbrot, Müsli, Rohkost und Obst fördern die Durchblutung des Zahnfleischs und den Speichelfluss – der Speichel spült Bakterien weg und versorgt die Zähne mit wichtigen Mineralien.

 

Fluoride

Fluoride härten den Zahnschmelz und beugen Karies vor, wenn sie kontinuierlich zugeführt werden – am besten durch den täglichen Gebrauch einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Die aus der Zahncreme auf die Zähne gelangenden Fluoride bilden eine Art Schutzfilm, der Säuren abfangen kann. Darüber hinaus dringen Fluoride auch in bakterielle Beläge ein, stören den Stoffwechsel der Keime und bremsen so deren Angriff auf den Zahnschmelz. Der deutliche Rückgang von Karies in den letzten Jahrzehnten wird vor allem auf die zunehmende Verbreitung fluoridhaltiger Zahnpasten zurückgeführt.

 

Interdentalbürsten

Etwa 40 Prozent aller bakteriellen Beläge bilden sich in den Zahnzwischenräumen – hier sind sie mit der normalen Zahnbürste nicht zu erreichen. Um diese Nischen zu säubern, brauchen Sie spezielle Hilfsmittel: Zahnseide oder Zwischenraumbürstchen (Interdental-bürsten). Letztere eignen sich immer dann, wenn die Zahnzwischenräume am Zahnfleischsaum nicht sehr eng sind. Interdentalbürsten sind leicht anzuwenden – einfach behutsam in den Zwischenraum einführen und vorsichtig mehrfach hin und her bewegen. Entscheidend ist die Wahl der richtigen Größe: Lässt sich das Bürstchen nur mit Druck in die Lücke schieben, ist es zu groß. Besteht dagegen zu viel Spielraum, erfolgt keine optimale Reinigung. Ihr Zahnarzt oder seine Prophylaxe-Assistentin erklärt Ihnen gerne den Gebrauch der Zwischenraumbürsten und empfiehlt ein geeignetes Modell.

 

Kaugummi

„Zweimal täglich Zähneputzen“ – so lautet die Grundregel der Mundhygiene. Dabei kommt die Zahnbürste am besten morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen zum Einsatz. Aber auch zwischendurch können Sie etwas für Ihr strahlendes Lächeln tun: Indem Sie nach dem Mittagessen oder im Anschluss an Zwischenmahlzeiten einen zuckerfreien Kaugummi kauen. Dadurch fließt mehr Speichel, der Säuren aus Speisen oder Getränken neutralisiert und den Zahnschmelz festigt.

 

Kontrolle

Selbst wenn Sie konsequent und gründlich putzen, können Sie nicht hundertprozentig verhindern, dass sich an schwer zugänglichen Stellen Karies oder Zahnstein bildet oder sich das Zahnfleisch entzündet. Deshalb sind die halbjährlichen Kontrollen beim Zahnarzt so wichtig: Er kann Erkrankungen im Mundraum schon im Frühstadium erkennen. Bei rechtzeitiger Diagnose ist fast immer eine schonende und schmerzarme Behandlung möglich, größere Schäden werden von vornherein vermieden.

 

Mundduschen

Mundduschen spülen lose Speisereste aus den Zahnzwischenräumen und entfernen zuvor mit der Zahnbürste gelockerte Beläge. Sie machen Zahnbürste und Zahnseide aber nicht überflüssig! Eine Munddusche kann die Zahnpflege unterstützen – besonders an schwer zugänglichen Stellen wie unter Brücken oder festsitzenden Zahnspangen.

 

Mundspüllösungen

Auf dem Markt sind viele verschiedene Mundspüllösungen mit unterschiedlichen Wirkstoffen erhältlich. Ob ihre Anwendung im individuellen Fall sinnvoll ist, kann nur der Zahnarzt beurteilen. Grundsätzlich gilt: Mundspülungen können die mechanische Reinigung mit Zahnbürste und Zahnseide oder Interdentalbürsten nicht ersetzen.

 

Mundtrockenheit

Wenn die Spucke wegbleibt, steigt das Risiko für Karies und Zahnfleischentzündungen. Mundtrockenheit (der Zahnarzt spricht von Xerostomie) tritt relativ häufig auf. Ursache ist nicht nur die mit dem Alter abnehmende Speichelsekretion. Sehr oft ist Mundtrockenheit eine Nebenwirkung medikamentöser Behandlungen: Mehr als 400 Arzneien können zur Unterfunktion der Speicheldrüsen führen – dazu zählen Blutdrucksenker, Asthmamittel, Medikamente gegen Blasenschwäche, Mittel gegen Sodbrennen, Antihistaminika sowie Beruhigungs- und Schlafmittel. Eine wirksame Maßnahme bei Mundtrockenheit ist die gezielte Stimulation der Speicheldrüsen durch kräftiges Kauen fester, faserreicher Lebensmittel. Zwischen den Mahlzeiten empfiehlt sich die regelmäßige Anwendung zuckerfreier Kaugummis.

 

Naschen

Zucker schadet den Zähnen, das weiß jedes Kind. Dennoch muss niemand komplett auf Süßigkeiten verzichten. Denn entscheidend für die Zahngesundheit ist weniger die Gesamtmenge des verzehrten Zuckers als vielmehr die Häufigkeit des Konsums: Wird öfter zwischendurch genascht, bekommen die Kariesbakterien immer wieder Nachschub und produzieren ständig Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Die Kariesgefahr lässt sich deutlich reduzieren, wenn Sie Schokolade, Kekse oder Kuchen nur direkt nach einer Hauptmahlzeit genießen.

 

Professionelle Zahnreinigung

Optimale Ergänzung der häuslichen Zahnpflege ist die professionelle Zahn-reinigung (PZR) in der Praxis: Sie wird vom Zahnarzt oder einer speziell ausgebildeten Fachkraft durchgeführt. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass eine regelmäßig durchgeführte PZR sowohl Karies als auch Zahnfleischentzündungen effektiv vorbeugt. Der Umfang einer professionellen Zahnreinigung richtet sich nach der individuellen Situation des Patienten.

 

Putztechnik

Richtiges Zähneputzen ist nicht so einfach. Ganz wichtig: Nicht schrubben! Zur Reinigung der Außen- und Innenseiten der Zähne wird generell empfohlen, die Bürste in einem Winkel von etwa 45 Grad anzusetzen und leicht rüttelnd auf der Stelle zu bewegen. So gelangen die Borsten möglichst weit in die Ritzen zwischen den Zähnen. Nach dem Rütteln werden die gelockerten Beläge mit einer wischenden Bewegung zur Zahnkrone hin entfernt. Achten Sie generell darauf, nicht zu kräftig zu putzen. Ein Gefühl für den richtigen Anpressdruck bekommen Sie, wenn Sie mit dem Kopf Ihrer Zahnbürste auf die Küchenwaage drücken, bis diese 150 Gramm anzeigt. Wichtig ist darüber hinaus ein systematisches Vorgehen. Oft bilden sich bei Rechtshändern verstärkt Beläge in der rechten und bei Linkshändern in der linken Kieferhälfte, weil sich die gegenüberliegende Seite besser putzen lässt. Erfahrungsgemäß tritt an den Frontzähnen, die sich vergleichsweise leicht reinigen lassen, weniger Karies auf als an den hinteren Backenzähnen. Auch die weniger gut erreichbaren Innenflächen sind stärker kariesgefährdet. Diesen Problembereichen sollten Sie besondere Aufmerksamkeit widmen.

 

Zahnseide

Sind die Zahnzwischenräume eng, ist Zahnseide zur Reinigung das Mittel der Wahl. Verwenden Sie die Zahnseide am besten abends vor dem normalen Zähneputzen. Lassen Sie sich die korrekte Anwendung von Ihrem Zahnarzt oder seiner Assistentin zeigen. Falls Ihnen das Putzen mit Zahnseide Schwierigkeiten bereitet, hilft ein spezieller Halter, in den die Zahnseide fest eingespannt wird.

 

Zungenreinigung

Zur perfekten Mundhygiene gehört auch die Reinigung der Zunge. Denn auf ihrer rauen Oberfläche siedeln sich Bakterien besonders gerne an – sie können nicht nur Mundgeruch verursachen, sondern auch die Bildung von Zahnbelägen begünstigen. Ein Zungenreiniger entfernt einfach und schnell den „Bakterien-rasen“ auf der Zungenoberseite.

 

 

 

 

Quelle: Lückenlos 01/2014, S. 4-6

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