Bangemachen gilt nicht

October 15, 2017

Ein bisschen Bammel vor dem Bohrer haben wohl die meisten Menschen. Falls jedoch regelrechte Ängste aufkommen, sollten Patienten ihren Zahnarzt vorabinformieren – ein vertrauensvolles Gespräch hilft

Leicht mulmige Gefühle vor einer Zahnbehandlung sind ganz normal und menschlich – denn jeder von uns möchte schließlich von schmerzhaften Erfahrungen verschont bleiben. Doch bei rund zehn Prozent aller Zahnarztpatienten hat sich das leichte Unbehagen im Lauf der Zeit mehr und mehr gesteigert: Sie haben richtig Angst. Sobald diese Menschen auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen, bricht ihnen der kalte Schweiß aus, das Herz klopft bis zum Hals, die Muskeln zittern oder krampfen.

Das flaue Gefühl im Magen kann sich bis zur Übelkeit steigern, und auch eine akute Kreislaufschwäche ist möglich.

Im Mittelpunkt der Ängste stehen meistens Bohrer und Spritze. In der Regel aber ist die „Tortur“, die der Patient sich ausmalt, viel schlimmer als die tatsächliche Behandlung: Dank moderner Geräte und wirksamer Betäubung können heute selbst komplizierte und langwierige Eingriffe weitgehend schmerzfrei erfolgen.

Vorsorge steht im Vordergrund

In der Zahnmedizin steht heute eindeutig die Prophylaxe im Vordergrund: In der modernen Praxis liegt das Hauptaugenmerk darauf, Karies, Parodontitis und andere Zahnerkrankungen zu vermeiden. Das funktioniert allerdings nur in Zusammenarbeit mit dem Patienten – wer regelmäßig zur Kontrolluntersuchung kommt, kann ziemlich sicher sein, dass eine schonende und weitgehend schmerzfreie Behandlung möglich ist. Muss dennoch einmal gebohrt werden, kann der Zahnarzt das Behandlungsgebiet gezielt betäuben. Dank der Spritze wird der Zahn unempfindlich gegen Schmerzen. Hauchdünne Nadeln sorgen dafür, dass die Injektion kaum weh tut – vielleicht kann der Druck der Betäubungsspritze etwas unangenehm sein.

Aufklärung baut Ängste ab

Wer dennoch Angst vor der Behandlung hat, sollte dies auf jeden Fall seinem Zahnarzt mitteilen. Nur so kann dieser sich auf die Befürchtungen seines Patienten einstellen und in einem ausführlichen Gespräch Vertrauen auf- und Ängste abbauen. Eine umfassende Aufklärung vor der Behandlung räumt meist schon viele Sorgen aus. Der Zahnarzt kann aber nicht nur die erforderlichen Maßnahmen schildern. Er kann darüber hinaus anbieten, immer wieder kleine Behandlungspausen einzulegen, in denen der Patient die Möglichkeit bekommt, sich zu entspannen. Und der Zahnarzt kann jeweils eine kurze Warnung geben, wenn etwas unangenehmere Momente bevorstehen. Viele Menschen finden es außerdem sehr hilfreich, wenn sie die Chance haben, auf den Behandlungsverlauf Einfluss zu nehmen. Zu diesem Zweck können Arzt und Patient ein Signal vereinbaren, bei dem die Behandlung kurz unterbrochen werden soll – infrage käme zum Beispiel ein Handzeichen.Gegen die Angst hilft außerdem Ablenkung: So kann angenehme Musik bewirken, dass der Patient sich weniger auf die Behandlung konzentriert und seine Furcht praktisch „vergisst“. Auch hier hilft das Gespräch, um schon im Vorhinein abzuklären, was der Zahnarzt anbieten kann – ob es zum Beispiel möglich ist, während der Behandlung den persönlichen Lieblingssongs oder einer Entspannungsmusik über Kopfhörer zu lauschen.

 

 

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